von Alice Niklaus
Beim Versuch, den Angernamen auf dem Baumstamm als Projektfläche auch bildlich darzustellen, wurde ich von einem aus dem Hinterlohgraben heraufstürmenden Hasen dermassen erschreckt, dass ich beinahe auf die Nase fiel. Der schöne Kerl brach plötzlich aus seinem Versteck aus und flog im Galopp über die Wiese, über die vielbefahrene Strasse und weiter zum Hopfengraben. Womit auch schon mal die Vielfalt der Geländenamen rund um Sendelbach belegt ist.
Über gefrorene Wiesen und Äcker fanden wir zum Anger, der schon lange auf meiner Liste wartete. Von weitem sieht er angepasst und brav aus. Beim Vorbeifahren ordnete ich ihn immer als wenig attraktiv ein und weil es ausserdem nirgends nach einem Parkplatz aussah und auch kein Weg zum Ziel erkennbar war, liess ich den Anger bis gestern unbesucht.
Der milde Vorfrühlingsnachmittag lockte uns aus dem Winterschlaf. Wir fuhren nach Sendelbach.
Mangels Weg querten wir Wiese und Acker, um bei den schönen alten Bäumen festzustellen, dass wir uns über einem steilen Graben befanden, eben dem Hinterlohgraben, worin das Wasser schnell und laut murmelnd dahinfliesst. Vögel in allen Grössen flogen her und hin. Fröhlichkeit allüberall, sogar bei uns, siehe Schattenbild.
Unten im Graben liegt eine kleine Wiese, Teil des Angers. Ein Abstieg schien uns nicht praktikabel, zu steil, zu rutschig, zu viel Gestrüpp. Es blieb uns noch die Rückkehr ins Dorf, um dort doch tatsächlich einen Feldweg zu finden, der über eine Brücke auf die andere Seite des Grabens führt. Hier fliessen die beiden Bäche aus dem Hopfen- und dem Hinterlohgraben zum Sandbach zusammen.
Und dann bot uns die Natur einen Eistisch von mindestens einem Meter Durchmesser an, der nur in der Mitte auf einigen Ästen verankert war und ansonsten wie eine weisse runde Platte etwa 10 cm über dem Wasser schwebte. Ein schnell vergängliches Kunstwerk, das uns noch längere Zeit über seine Entstehung nachdenken lässt.
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