Erste Gespräche zur hier entstandenen Idee des Showkochens in Shanghai. Logisch, dass wir dazu Frühlingsrollen machen. Aber ich kann diese gekauften Soßen moralisch und pädagogisch nur schwer ertragen (bis auf die Sojasoßen logischerweise). Einer netten Kundin geht es ähnlich, und bei der gemeinsamen Küchenplaung hat sie mir das Rezept für ihre Süßsauersoße verraten (bei jeder Küchenberatung lernt man was dazu!). Das geht so
:
Süßsauersoße
1EL helle Sojasoße
1 EL chinesischer Wein oder trockener Sherry (unbedingt Sherry, der Wein hat alles uns viel versemmelt)
1-2 EL weißer Essig
3 EL Tomatensoße (habe kurzerhand die übrigen Bruscettatomaten aus dem Kühlschrank verwendet)
2 EL weißer Zucker
185ml Wasser
1 EL Maisstärke
1 EL Wasser
1 kleine Zwiebel
2 EL Erdnussöl
1 Knoblauchzehe durch die Röslepresse (hab´sicherheitshalber zwei genommen)
1/4 TL frischer Ingwer fein gerieben
zunächst Knoblau, Zwiebeln und Ingwer im Öl anbraten und dann den Rest dazugeben, am Schluß mit der verrührten Stärke binden.
Das war die Idee, und so begann die Soße auch, leider durch unseren furchtbaren Reiswein schon gut, aber noch nicht köstlich. Während die Männer das Gemüse schnitten, die Gemüserollenfüllung komponierten (ich brate lieber am Tepan alles der Reihe nach an und gebe es danach in den Topf, als als es im Wok zu machen, aber das ist Geschmackssache) und sommerliche 40 Frühlingsrollen rollten, machten sich die Mädels eine Stunde lang an das fröhliche Verfeinern der Soße, was ihnen auch gelungen ist. Leider kann man die nie wieder nachkochen, denn drin waren auf einmal eine ganze Chilischote, sogar die Kerne haben sie nachträglich noch rein, Ananas bis zum Abwinken, Sojasoßen ohne Ende und Sherry und was sonst noch alles in Reichweite lag. Auf jeden Fall funktioniert das Grundrezept mit ´nem guten chinesischen Wein oder einfach Sherry sicher gut, und von dort aus kann man dann fröhlich nach Geschmack weitermachen und im Supermarkt überlegen lächelnd an dem Fertigsoßengepampe vorbeischlendern, denn die eigene schmeckt besser und frau weiß was drin ist.
Shanghaier Showkochen in regionaler Massivholzküche ist noch offen, aber die Soße haben wir danach auch gleich zum am Tepan gebratenen, mit Sesam überstreuten und mit trockenem Wermut gelöschten Lachs verwendet.
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